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YOU ARE ENOUGH

>> Meine nächste Postkarte trägt einen sehr einfachen Titel, doch diese Karte ist mir eine der liebsten! Sie bedeutet mir so viel, weil ihre Botschaft für mich ungemein wichtig ist. <<

Wie viele bin ich ein Selbstzweifler, der nie zufrieden ist und erst aufhört, wenn alles wirklich, wirklich, wirklich perfekt, die Zeit abgelaufen oder es vollkommen in die Hose gegangen ist. Ich prüfe Dinge eintausendmal, ich hasse es, Fehler zu machen und ich stelle an mich so hohe Ansprüche, dass mich mein eigenes Gewicht manchmal fast zerdrückt. Tja, schlau ist das nicht gerade!

Das sind die Momente, in denen man fabelhafte Menschen braucht, die einen stoppen, festhalten und wachrütteln. Die einen aus tiefster Kehle anbrüllen: “You are enough” Du bist gut so, wie du bist – und zwar nicht trotz deiner Fehler, sondern wegen ihnen! Oder einem eben diese Postkarte senden.

Ich selbst liebe Menschen, die Ecken und Kanten haben. Authenticity is magnetic, wir erinnern uns. Aber bei mir selbst schleife ich alles rund, damit sich keiner stoßen kann. Ich will es jedem recht machen und alle sollen mich mögen. Ich habe Angst, nicht gut genug sein zu können und dass ich im Stich gelassen werde, wenn ich einmal versage.
Heimlich beneide ich Menschen, die schöner sind als ich, die schlauer sind, die mehr Geld verdienen, die schneller laufen können, ehrgeiziger sind, disziplinierter … Und an dieser Aufzählung merkt man schon: ich neige ebenfalls dazu, mich mit anderen zu vergleichen. Ich erwische mich gar manchmal dabei, zu glauben, dass sie irgendwie besser sind als ich, dass sie mehr wert sind, dass sie Glück mehr verdienen.

Unterhält man sich nun aber einmal mit diesen Wundermenschen, wird schnell klar: Sie sind genauso wie du und ich – gefangen in ihren eigenen Zweifeln und Ängsten, verfolgt von den selben Dämonen. Sie beneiden einen andersrum für Dinge, die man an sich gar nicht bemerkt oder gar schlecht findet. Was für eine Ironie!

Denn wenn wir einmal ehrlich sind:

Die, die uns verunsichern, sind wir selbst. Wir brauchen dafür gar keine anderen. Nö, mobben können wir uns ziemlich gut alleine. Wer sich selbst der härteste Kritiker ist, der braucht keinen Druck mehr von außen. Und auch, wenn Selbstreflektion sehr gesund sein kann, funktioniert sie nur so lange, wie sie einen vorantreibt. Wird der Druck zu groß und droht man daran zu zerbrechen, dann muss man kurz mit dem Kopf an die Wand hauen, einmal, zweimal, vielleicht dreimal und sich bewusst machen, dass man gut, ja gar perfekt ist, genauso wie man ist. Jeder hat seine ganz persönlichen Stärken und Schwächen und genau das macht doch den Reiz und die Faszination aus! Wenn wir alle gleich wären, was wäre das grausam.

Nicht jeder von uns verändert jeden Tag die Welt. Und das ist völlig okay. An manchen Tagen schafft man es ja kaum morgens aus dem Bett. Aber an diesen Tagen verdient sogar das Applaus. Also machen wir doch einfach das Beste aus jeder Situation, mit all unseren Mitteln und all dem Tollen, was wir sind und was uns ausmacht! Vielleicht können wir damit nicht jeden glücklich machen, aber zumindest unser eigenes Glück haben wir selbst in der Hand. Also aufgesessen, aufgerichtet, losgeritten, der Sonne entgegen – hüaaa im Schweinsgalopp und volle Kraft voraus!

“You are enough” – Eure


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